Der Wilschenbruch
Anfahrt
Ort: Lüneburg
Entfernung: 78 km
Zeit: 59 Minuten
Navi-Eingabe: Nähe Willy-Brandt-Straße 15, 21335 Lüneburg
Ort: Lüneburg
Entfernung: 78 km
Zeit: 59 Minuten
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Wir befinden uns auf dem Jakobusweg, den wir jedoch einmal kurzzeitig verlassen um westlich an den Bocksbelberger Teichen entlangf zu wandern. Die Teichlandschaft entstand Ende des 19. Jahrhunderts auf Initiative des Lüneburger Verschönerungsvereins, gegründet 1887 durch Oberförster a. D. Hermann Busse, dessen Gedenkstein sich ganz in der Nähe befindet. Ziel war es, den damals kargen Bockelsberg landschaftlich aufzuwerten. Es wurden zahlreiche Fischteiche angelegt und ein ischer bewirtschaftete zeitweise 20 Teiche.
Nach etwa der Hälfte der Wanderung erreichen wir den Campingplatz "Rote Schleuse", wo wir auch ein kurze Rast einlegen können. Zur Wahl stehen das Restaurant Forsthaus "Rote Schleuse" (täglich ab 12.00 Uhr geöffnet), der "Imbiss Rote Schleuse" und der "Platzhirsch" (außer Mo, täglich 9.00 Uhr bis 11.00 Uhr und 15.00 Uhr bis 22.00 Uhr).
Die "Rote Schleuse" klingt nach einer rot gestrichenen Schleuse – doch tatsächlich stammt er vom „Roten Feld“, einer gerodeten Fläche, die an der eine Stauschleuse im Hasenburger Bach lag, kurz bevor der Bach in die Ilmenau mündet. Diese Schleuse diente nicht der Schifffahrt, sondern der Zollkontrolle: Durch das Aufstauen des Wassers wurde das Gelände unpassierbar, sodass Händler gezwungen waren, einen höher gelegenen Weg zu nutzen – und dort brav ihren Zoll zu zahlen. Als der Zollverein 1834 die innerdeutschen Zölle abschaffte, verlor die Schleuse ihre Funktion. Der damalige Forstaufseher erhielt 1840 die Erlaubnis, im Forsthaus eine Kaffee- und Waldwirtschaft zu betreiben. Der „Holz- und Landwehrknecht“, der hier wohnte, war so etwas wie der frühere „Grenzbeamte“ Lüneburgs. Sein Job: Holz bewachen, Wege kontrollieren – und dafür sorgen, dass niemand heimlich zollfrei in die Stadt fuhr.
Ab hier beginnt unser Rückweg, diesmal entlang des östlichen Ufers der Ilmenau. Wir gönnen uns einen Abstecher zur "Teufelsbrücke", einer kleinen Metallbrücke mit blauem Geländer. Eine lokale Anekdote erzählt, dass die Brücke ihren Namen erhielt, weil früher angeblich ein „Teufel“ dort spukte – in Wahrheit war es aber wohl nur ein mürrischer Müller, der nachts Holzdiebe verscheuchte. Im weiteren Verlauf unseres Weges passieren wir den Aussichtspunkt Loreley. Den Abschluss der Wanderung bildet die "Amselbrücke". 1937 wurde sie als Behelfsbrücke erbaut. Davor mussten die Menschen die Ilmenau per Boot, das an einem Seil geführt wurde, überqueren. Der Neubau 1948 hielt bereits in den 70er Jahren den wachsenden Strassenverkehr nicht mehr stand und wurde 1980.1981 ersetzt,
