Wandern
 

Im Elfenland

Anfahrt  
Ort: Müden (Örtze)
Entfernung: 51 km
Zeit: 44 Minuten
Navi-Eingabe: Parkplatz Am Lönsstein


XXXX
Unsere Rundwanderung führt über den Wietzer Berg mit dem Lönsstein, vorbei an Hügelgräbern und dem Elfenberg, durch Heide, Wald und Flussniederungen und bietet mehrere lohnende Fotostopps und historische Punkte. Wir starten die Tour am "Parkplatz Am Lönsstein".
Es geht zunächst zum Lönsstein, ein Denkmal für den Heidedichter Hermann Löns. Hermann Löns (1866 bis 1914) gehört zu den bekanntesten deutschen Schriftstellern. Er arbeitete unter anderem in Hannover als Journalist bei einer Tageszeitung, wo er sich vom freien Mitarbeiter zum Chefredakteur hocharbeiten konnte. Der Journalistenberuf diente ihm jedoch nur dazu sein Unterhalt zu verdienen, während die Schriftstellerei sein eigentliches Hobby war. Er besuchte regelmäßig die Lüneburger Heide, in der er Ruhe und Inspiration für seine zahlreichen Werke fand, aber auch die Natur erforschte. Die Romane „Der letzte Hansbur“ (1909), „Dahinten in der Heide“ (1910) und „Der Wehrwolf“ (1910) waren seinerzeit sehr erfolgreich. Im Jahre 1921 stellte der Deutsche Jägerbund auf dem Wietzer Berg den Lönsstein im Gedenken an den Schriftsteller auf. Viele Einheimische erzählen, dass Löns hier oft mit Feldstecher und Notizbuch gesessen haben soll.
Der nun folgende Aufstieg zum 102 Meter hohen Wietzer Berg ist der landschaftliche Höhepunkt: von der Kuppe eröffnet sich ein weiter Blick über die Südheide. Der kleine Abstecher abseits der eigentlichen Route wird mit einem Panoramablick über die Südheide belohnt.
Unser nächster Wegpunkt ist das Grabhügelfeld von Bonstorf. Zwischen Backeberg und Bonstorf zeugen sechs Hügelgräber von einem Friedhof, der zum Ende der Jungsteinzeit und zu Beginn der Bronzezeit angelegt wurde. Eine Tafel informiert uns über die Ausgrabungsergebnisse an dieser Stelle. Aus Feldsteinen wurde der Grundriss des Hügelgrabes rekonstruiert. Der Grabhügel war von einem Steinkranz eingefasst. Die Erdaufschüttung überdeckte eine Holzkammer, worin ein Mann bestattet war. Als Beigaben waren ein Tongefäß, ein Beil, ein Schwert und ein Dolch aus Bronze in das Grab gelegt worden. Im nördlichen Randbereich des Hügels war eine Frau mit bronzenen Trachtbestandteilen bestattet worden. Die bronzenen Beigaben sind bezeichnend für die ältere Bronzezeit in der Lüneburger Heide (etwa 1500 bis 1200 v. Chr.). In alten Sagen werden die Begräbnisstätten der „Heiden“ gern mit dem Teufel und mit Elfen in Verbindung gebracht. Womit wir beim Thema "Elfen" sind).
In südwestlicher Richtung liegt nämlich der "Elfenberg". Eine alte Sage gibt Aufschluss über die Herkunft des Namens „Elfenberg“: Am Johannistag des Jahres 1450 kam der Bürgermeister von Bonstorf mit seinem Gefolge zum Priester Magnus Lauenrod nach Hermannsburg und berichtete ihm, sie hätten einen „doden Keerl funnen“ (einen toten Mann gefunden), der bis zum Halse in einem Butterberg steckte. Mit dem Butterberg könnte einer der Grabhügel gemeint sein. Sie fragten, ob sie ihn auf dem Kirchhof begraben dürften. Darauf entgegnete der Priester „se schullen öm stäken laten“ (Sie sollen die Stöcke liegen lassen). Die Elfen, „de öm da rin bröcht harren, kunnen öm ok beholen und wören öm ok bald ganz rintrecken, dat nix mehr davon to sehn wöre.“ (Die, die ihn da hineingebracht haben, können ihn auch behalten und würden ihn auch bald ganz verschwinden lassen, sodass nichts mehr davon zu sehen wäre.) Auf dem Kirchhof dürften nur Christenmenschen begraben werden. Da der aber im Butterberg steckte, wo die Elfen buttern täten, sei sicherlich des Teufels gewesen. Am Tage nach dem Johannistag sei von alledem nichts mehr zu sehen gewesen.
Einer anderen Erzählung nach spielte der Elfenberg eine Rolle in der Hildesheimer Stiftsfehde (1519 bis 1523). Danach sei es am Johannistage 1519, einige Tage vor der Schlacht bei Soltau, im Brunautal zu einem blutigen Vorhutgefecht zwischen Kalenbergern und Lüneburgern gekommen. Der Kalenberger Ritter Hans von Ollershusen sei dabei mit seinem Pferd im Morast versunken und nur durch die Hilfe des gegnerischen Ritters Hans von Sporeken, einem alten Waffengefährten, gerettet worden.
Der Weg folgt Abschnitten am Örtzekanal und quert die Brunau, bei der Backebergs Mühle gibt es einen malerischen Bachlauf. Die Strecke führt außerdem am Wildpark Müden vorbei. Weitere Informationen zum Wildpark finden wir auf der Internetseite des Wildparks (externer Link).



 
 
© | Clemens Woythal
>